Nach unzähligen Jahren an unserer Schule verabschieden wir Renate Voßen in ihren wohlverdienten Ruhestand. Ein Abschied, der uns nicht leichtfällt – denn mit Renate geht nicht einfach eine Kollegin. Es geht ein Mensch, der unsere Schule über viele Jahre geprägt und mit Leben gefüllt hat.
Zahlreiche Kinder hat Renate auf ihren ersten Schritte in die Schulzeit begleitet. Sie hat ihnen nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht. Sie hat ihnen Mut gemacht, ihnen zugehört, sie getröstet, sie ermutigt und ihnen immer wieder gezeigt, dass sie etwas können. Sie hat Kinder dort abgeholt, wo sie standen, und ihnen geholfen, ihren eigenen Weg zu finden.
Vielleicht erinnert sich nicht jedes dieser Kinder heute noch an jede Unterrichtsstunde. Vielleicht sind einzelne Arbeitsblätter, Klassenarbeiten oder Hausaufgaben längst vergessen. Aber das, was wirklich zählt, bleibt: das Gefühl, von einem Menschen gesehen, ernst genommen und auf dem eigenen Weg unterstützt worden zu sein.
Renate hat unzähligen Kindern den Weg geebnet.
Für manche war sie eine Lehrerin. Für andere eine wichtige Bezugsperson. Für viele war sie ein Stück ihrer Grundschulzeit, an das sie sich noch Jahre später gerne erinnern werden.
Besonders verbunden war Renate mit ihrer Schildkrötenklasse. Und vielleicht passt dieses Tier als Symbol sogar wunderbar zu ihr: ruhig und geduldig, beharrlich und zuverlässig – immer mit dem Blick darauf, dass jedes Kind in seinem eigenen Tempo vorankommen darf.
Ihr Abschied wurde deshalb zu einem ganz besonderen Moment. Gemeinsam mit ihrer Familie, ehemaligen Kolleginnen und Kollegen und natürlich den Schülerinnen und Schülern wurde gefeiert, gelacht und zurückgeblickt. Es wurden Erinnerungen geteilt, Geschichten erzählt und viele gemeinsame Jahre noch einmal lebendig.
Und natürlich flossen Tränen.
Denn wenn ein Mensch nach so vielen Jahren eine Schule verlässt, dann lässt sich ein solcher Abschied nicht einfach mit ein paar Worten beenden. Die Tränen waren Ausdruck von Dankbarkeit, Verbundenheit und Wertschätzung – und vielleicht auch davon, wie schwer es fällt, einen Menschen gehen zu lassen, der so lange selbstverständlich zu dieser Schule gehört hat.
Renate, du hast unserer Schule mehr gegeben als Unterricht.
Du hast Zeit geschenkt.
Du hast Geduld geschenkt.
Du hast Vertrauen geschenkt.
Du hast Kindern etwas zugetraut, auch wenn sie selbst manchmal noch nicht daran glauben konnten.
Und genau darin liegt vielleicht das Schönste an deinem Beruf: Man sieht nicht immer sofort, was aus dem wird, was man einem Kind mit auf den Weg gibt. Aber irgendwann begegnet einem vielleicht ein ehemaliger Schüler oder eine ehemalige Schülerin, die selbstbewusst durchs Leben geht, ihren eigenen Weg gefunden hat und längst erwachsen geworden ist.
Dann weiß man:
Es hat sich gelohnt.
Du hast in all den Jahren unzählige solcher Wege ein kleines Stück begleitet.
Und auch wenn du nun deine letzte Schultasche endgültig zur Seite stellst, deine Klasse abgibst und morgens nicht mehr selbstverständlich durch die Schultür kommst, bleibt etwas von dir hier. In Erinnerungen. In Geschichten. In den Menschen, die dich kennenlernen durften. Und vor allem in den vielen Kindern, deren Leben du ein kleines Stück heller, leichter und sicherer gemacht hast.
Dafür möchten wir dir von Herzen Danke sagen.
Danke für ein Leben, das du der Schule und unseren Kindern gewidmet hast.
Danke für deine unermüdliche Arbeit.
Danke für deine Geduld und dein großes Herz.
Danke für all die Kinder, denen du geholfen hast, ihren Weg zu finden.
Und danke für die vielen gemeinsamen Jahre, in denen du unsere Schulgemeinschaft bereichert hast.
Wir wünschen dir für deinen neuen Lebensabschnitt von Herzen Gesundheit, Glück und ganz viel Zeit für all die Dinge, die im Schulalltag vielleicht manchmal zu kurz gekommen sind.
Genieße deinen Ruhestand. Genieße deine Familie. Genieße die Freiheit, morgens nicht mehr auf die Uhr schauen zu müssen. Und genieße vor allem das gute Gefühl, auf ein erfülltes Berufsleben zurückblicken zu können.
Denn eines darfst du mitnehmen:
Du hast etwas bewegt.
Bei uns.
Bei deinen Kolleginnen und Kollegen.
Und vor allem bei den unzähligen Kindern, die ein Stück ihres Weges mit dir gegangen sind.
Eine Schule kann neue Lehrerinnen und Lehrer bekommen.
Klassen können wechseln.
Kinder werden groß.
Aber Menschen, die eine Schule über so viele Jahre mitgeprägt haben, bleiben Teil ihrer Geschichte.
Liebe Renate, wir sagen nicht einfach „Tschüss“.
Wir sagen:
Danke für alles.
Danke für die gemeinsamen Jahre.
Danke für die Spuren, die du hinterlässt.
Und wir wünschen dir von Herzen einen wunderschönen, erfüllten und vor allem glücklichen Ruhestand.
Deine Schulgemeinschaft der KGS Don Bosco
(geschrieben von Pascal Engels)